1. Ausstellung

Grenzfelder

ST.ART Galerie-Atelier-Café-Bar
1070 Wien, Zollergasse 6

29.6. - 29.7.2001

 

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Text: 

karin berghofers bilder
handeln an und von grenzen. 

scheinen die farben an ihren aussenseiten
noch als unaufgeregte flächen gedacht,
so verkehren sie sich
an ihren ausläufern ins gegenteil;
und die eindeutigkeit eines
unvermischten rot oder blau
ufert in einem dynamischen
vermischenden farbklang aus. 

trotzdem bleibt dieses
"bis hierher und nicht weiter"
als unverzichtbare idee erhalten.
mehr noch,
was an dieser grenze dynamisiert wird,
schleudert in eine räumliche dimension.
so tretendie helligkeiten
dem betrachter entgegen
und weichen die dunkelheiten
in tiefe zurück. 

machten wir nun die "soziale" probe,
führten wir dieses ereignis
in die verbindung mit einer realen daseinssituation,
also in die welt von inhalt und bedeutung,
so hieße das:
grenzen können nur durch einen wechsel
der dimensionen überschritten,
vielleicht auch nur erträglich werden.
die messerschärfe,
als idee der grenzziehung,
vertreibt so die farbe aus der reinen ideenwelt der fläche,
in das nacheinander des raumes. 

das ist bei berghofers bildern überhaupt nicht als metapher gemeint,
sondern als konkretes ereignis
zwischen farben, also das,
was man (theoretisch seit dem 19 Jh., praktisch im 20 Jh.)
im ursprünglichsten sinn als die aufgabe der malerei sieht.
 
erwin michenthaler, bildhauer

Bilder: